Jiger - Seite 1
Seite 2   Seite 3  Seite 4  Seite 5  Seite 6  Seite 7 Bericht in Hobby 8/1962:  1  2  3  4

22.04.2006

Der Jiger ist ein sechsrädriges Kleinfahrzeug und einer der Urväter der ATV's. Die erste Version hatte zwei Motoren, für jede Seite einen. Dieses Fahrzeug wurde auch bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck 1964 eingesetzt und diente mit seinem Antriebskonzept als Vorbild für den Prinoth P15, der ebenfalls über zwei Motoren angetrieben wird. Meine Suche auf Google lieferte mir auch eine kleine Dreiseitenansicht (ist zwar eine spätere Version mit anderem Antriebskonzept, sieht aber noch recht ähnlich aus), die mir bei diesem Projekt als Vorlage dient. Mein erster Schritt bestand also darin, die Skizze in der richtigen Größe auszudrucken. Da ich noch ein par 50mm Flugzeugmodell-Räder hier liegen habe, legte ich den Maßstab passend auf 1:10 fest. Somit ergibt sich eine Länge von 20cm und eine Breite von 13cm.



Die Draufsicht habe ich aus einer etwa 2mm dicken Kunststoffplatte ausgesägt. Darauf baue ich im zuerst die Oberseite des Urmodells auf.




Den "Innenraum" habe ich angezeichnet - er soll bei diesem Modell auf Höhe der Kunststoffplatte liegen (ist einfacher zu bauen - und ich weiß noch nicht, wie viel Platz ich für den Antrieb benötige). Den Rest werde ich aus Tech Clay (habe ich bei Modulor gekauft) modellieren. Hier habe ich den hinteren Bereich grob aufgetragen. Dazu mache ich die Formmasse im Ofen warm (etwa 50°C), dann ist's weich wie Knetgummi..




Mit einer Raspel arbeite ich die grobe Form heraus - aber erst wenn's abgekühlt ist, dann wird die Masse fest. Nun, so richtig hart wird's nicht, man muss damit schon noch vorsichtig umgehen.
Der Clay ist ziemlich lemartig - man sollte halt was unterlegen (muss nicht zwingend eine Pizza-Schachtel sein).




Der hintere Teil ist schon in der Grundform fertig - hier habe ich grade den vorderen Bereich aufgetragen.




Und hier grob die Seitenbereiche.




Die Einstiege / Seitenbereiche habe ich zurechtgeschnitten.

Wenn man die Werbepausen nutzt, reicht bis hier ein Spielfilm bei den Privaten.

23.04.2006




Vorne habe ich noch den Wulst der Innenraumumrandung und die Rillen angebracht. Die Rillen habe ich mit einem dünnen, vorne angeschliffenen Rohr herausgearbeitet. Ein Linoleumbesteck währe sicherlich auch prima geeignet - das habe ich aber grade nicht hier. Ansonsten habe ich auch viel mit einer Klinge eines Cutters abgeschabt. Schmirgelpapier funktioniert nicht so gut - vielleicht sollte ich das Modell vorher einfrieren....

24.04.2006




Vorne habe ich noch den Bereich für den Scheinwerfer und den Tankdeckel ausgenommen (bin mir aber jetzt nicht 100% sicher, ob das im Original genauso aussieht). Den hinteren Bereich habe ich auch noch etwas überarbeitet. Manchmal reicht eine Dreiseitenansicht halt nicht aus - dass die Motorabdeckung niedriger liegt habe ich erst auf den Bildern gesehen. Eigentlich müßte der Bereich noch tiefer liegen - aber ich habe halt Sorge wegen den Platzverhältnissen.

Und wenn ich mit dem Unterbau nicht klarkomme, wird's vielleicht ein Boot ;-)



Diese Flugmodell-Räder will ich benutzen. Zumindest für den Anfang. Sie sind hart und glatt - also genau das Falsche für den Geländeeinsatz. Mal sehen - vielleicht gieße ich mir irgendwann mal welche aus PUR.



Mit Legozahnrädern habe ich hier mal angedeutet, wie ich mir die Verbindung zwischen den Rädern vorstelle (hatte nicht genug Zahnräder - hinten muss natürlich auch noch eins hin).

So langsam mache ich mir auch Gedanken, wie ich das Clay-Urmodell abforme. Ich werde vermutlich eine elastische PU-Gießmasse nehmen. Ist leider recht teuer und muß bestellt werden.

25.04.2006

Heute war ich in der Stadt. Aber Lego scheint solche Zahnräder nicht mehr willig zu vertreiben - mein ortsansässiger Händler hat es jedenfalls nicht mehr im Programm. Und bei eBay muß man für viel Geld noch ein par hundert Teile mitkaufen, für die ich absolut keine Verwendung habe (vorallem habe ich kein Platz für so was). Mit der Internetseite von Lego komme ich auch nicht klar. Das Problem ist, dass ich im Getriebebau keine Erfahrungen habe - meine Bedenken sind halt, ob ich die notwendigen Toleranzen einhalten kann - und da geht es um 1/10mm. Und Zahnräder und Lager (ich brauche etliche davon) verschlingen unmengen an Geld - ich möchte halt viel lieber schnell und preiswert bauen. Ob die Legozahnräder der Belastung überhaupt gewachsen sind weiß ich nicht. Es kommt natürlich auch auf die restliche Auslegung an. Generell kann man mit GFK auch ziemlich leicht bauen. Und Leichtbau würde sich bei Legotechnik auch im Antriebsstrang fortsetzen. Wenn ich dann 280er Motoren benutze und LiPo-Akkus, dann komme ich sicherlich auf einen recht niedrigen Bodendruck. Und das würde dem Jiger gut stehen - das Original (die erste Version) wog etwa 100kg. Ja - die Räder müßten dann auch noch gemacht werden. Irgendwie fehlt mir auch noch eine Fahrerpuppe in 1:10.
Und dann war ich noch im Modellbauladen. Ich habe kleine und vor allem leichte Fahrtenregler gesucht. Habe zwar noch die beiden Rohcraft aus meiner Graupner-Pistenraupe, die sind aber groß und schwer - für einen 280er eigentlich nicht so schön. Für 400er Motoren passen die schon ganz gut - aber dann wird's schwer - die Legozahnräder werden zu schwach sein und Messing- oder Stahlzahnräder wiegen bei der benötigten Menge wohl 100-200g. Mein kleiner LiPo Akku reicht dann auch nicht mehr. Es ist ein Teufelskreis. Jedenfalls gibt es etwas kleinere Fahrtenregler (ja, ich weiß: Steller) für die kleinen Automodelle (1:18 oder so) - aber meine Güte sind die teuer! Nein, nicht mit mir. Ich nutze dieses Projekt ja schon, mich in das Modellieren mit Clay einzuarbeiten, also modellbauerisch was neues zu lernen. Dazu wird wohl noch das Abformen mit PUR-Gießharz kommen - beides nicht ganz billig. Da will ich nicht noch 120 Euro in die Fahrtenregler investieren.

26.04.2006









Hier habe ich mal die Räder dazugestellt.

27.04.2006



Ich habe noch eine Kunststoffplatte ausgeschnitten - darauf werde ich das Unterteil aufbauen. Leider habe ich noch immer keine konkrete Idee welche Zahnräder ich nehme, kann die benötigten Abmessungen also nicht wirklich abschätzen.
Den Tankdeckel habe ich mit einer 5,5er Nuss aus dünnem Clay ausgestanzt. Die Einstiege habe ich nach durchsicht der Internetbilder noch schmaler geschnitten und die hintere Innenraumbegränzung noch etwas zurückgesetzt.




Ich will mal ausprobieren, ob ich eine brauchbare Vorlage für ein Rad hinbekomme.
Eine elastische PUR-Gussmasse habe ich bestellt, ob sie geeignet ist werde ich testen.

30.04.2006



Nein, ist noch nicht fertig. Es ist auch nicht so einfach, eine Bohrmaschine mit Bohrständer als Drechselbank zu mißbrauchen. Ich lege das Clay-Teil vor der Bearbeitung in den Kühlschrank. Wenn's zu warm ist, reicht die Materialfestigkeit nicht aus und das Clay dreht auf der Achse durch.




Den Scheinwerfer will ich noch an's Modell bauen. Aber selbst das ist nicht so einfach. Hier habe ich mal den vordersten Teil einer ganz kleinen Taschenlampe mit Latexmilch abgeformt. Dazu habe ich die Lampe in die Gummimasse eingetaucht, ein par Stunden trocknen lassen, wieder eingetaucht... Nach vier Lagen war's ausreichend stabil. Dann habe ich heißen Clay (vielleicht 70°C, also wärmer als üblich - da wird das Zeug sehr weich) in die Form (nennt sich Hautform) gedrückt. Nach dem Abkühlen im Kühlschrank war der Clay fest genug für das Entformen. Ist ganz gut geworden - nur für mein Modell ist's doch etwas groß.



Seite 2   Seite 3   Seite 4   Seite 5  Seite 6  Seite 7