22.04.2006
Der Jiger ist ein sechsrädriges Kleinfahrzeug
und einer der Urväter der ATV's. Die erste Version hatte zwei
Motoren, für jede Seite einen. Dieses Fahrzeug wurde auch bei
den Olympischen Winterspielen in Innsbruck 1964 eingesetzt und diente
mit seinem Antriebskonzept als Vorbild für den Prinoth P15, der
ebenfalls über zwei Motoren angetrieben wird. Meine Suche auf
Google lieferte mir auch eine kleine Dreiseitenansicht (ist zwar eine
spätere Version mit anderem Antriebskonzept, sieht aber noch recht
ähnlich aus), die mir bei diesem Projekt als Vorlage dient. Mein
erster Schritt bestand also darin, die Skizze in der richtigen Größe
auszudrucken. Da ich noch ein par 50mm Flugzeugmodell-Räder hier
liegen habe, legte ich den Maßstab passend auf 1:10 fest. Somit
ergibt sich eine Länge von 20cm und eine Breite von 13cm.
Die Draufsicht habe ich aus einer etwa 2mm dicken
Kunststoffplatte ausgesägt. Darauf baue ich im zuerst die
Oberseite des Urmodells auf.
Den "Innenraum" habe ich angezeichnet - er soll bei
diesem Modell auf Höhe der Kunststoffplatte liegen (ist einfacher
zu bauen - und ich weiß noch nicht, wie viel Platz ich für
den Antrieb benötige). Den Rest werde ich aus Tech Clay (habe ich
bei Modulor gekauft) modellieren. Hier habe ich den hinteren Bereich
grob aufgetragen. Dazu mache ich die Formmasse im Ofen warm (etwa 50°C),
dann ist's weich wie Knetgummi..
Mit einer Raspel arbeite ich die grobe Form heraus
- aber erst wenn's abgekühlt ist, dann wird die Masse fest.
Nun, so richtig hart wird's nicht, man muss damit schon noch vorsichtig
umgehen.
Der Clay ist ziemlich lemartig - man sollte halt was
unterlegen (muss nicht zwingend eine Pizza-Schachtel sein).
Der hintere Teil ist schon in der Grundform fertig
- hier habe ich grade den vorderen Bereich aufgetragen.
Und hier grob die Seitenbereiche.
Die Einstiege / Seitenbereiche habe ich zurechtgeschnitten.
Wenn man die Werbepausen nutzt, reicht bis hier ein
Spielfilm bei den Privaten.
23.04.2006
Vorne habe ich noch den Wulst der Innenraumumrandung
und die Rillen angebracht. Die Rillen habe ich mit einem dünnen,
vorne angeschliffenen Rohr herausgearbeitet. Ein Linoleumbesteck währe
sicherlich auch prima geeignet - das habe ich aber grade nicht hier.
Ansonsten habe ich auch viel mit einer Klinge eines Cutters abgeschabt.
Schmirgelpapier funktioniert nicht so gut - vielleicht sollte ich das
Modell vorher einfrieren....
24.04.2006
Vorne habe ich noch den Bereich für den Scheinwerfer
und den Tankdeckel ausgenommen (bin mir aber jetzt nicht 100% sicher,
ob das im Original genauso aussieht). Den hinteren Bereich habe ich
auch noch etwas überarbeitet. Manchmal reicht eine Dreiseitenansicht
halt nicht aus - dass die Motorabdeckung niedriger liegt habe ich erst
auf den Bildern gesehen. Eigentlich müßte der Bereich noch
tiefer liegen - aber ich habe halt Sorge wegen den Platzverhältnissen.
Und wenn ich mit dem Unterbau nicht klarkomme, wird's
vielleicht ein Boot ;-)
Diese Flugmodell-Räder will ich benutzen. Zumindest
für den Anfang. Sie sind hart und glatt - also genau das Falsche
für den Geländeeinsatz. Mal sehen - vielleicht gieße
ich mir irgendwann mal welche aus PUR.
Mit Legozahnrädern habe ich hier mal angedeutet,
wie ich mir die Verbindung zwischen den Rädern vorstelle (hatte
nicht genug Zahnräder - hinten muss natürlich auch noch eins
hin).
So langsam mache ich mir auch Gedanken, wie ich das
Clay-Urmodell abforme. Ich werde vermutlich eine elastische PU-Gießmasse
nehmen. Ist leider recht teuer und muß bestellt werden.
25.04.2006
Heute war ich in der Stadt. Aber Lego scheint solche Zahnräder
nicht mehr willig zu vertreiben - mein ortsansässiger Händler
hat es jedenfalls nicht mehr im Programm. Und bei eBay muß man
für viel Geld noch ein par hundert Teile mitkaufen, für die
ich absolut keine Verwendung habe (vorallem habe ich kein Platz für
so was). Mit der Internetseite von Lego komme ich auch nicht klar.
Das Problem ist, dass ich im Getriebebau keine Erfahrungen habe - meine
Bedenken sind halt, ob ich die notwendigen Toleranzen einhalten kann
- und da geht es um 1/10mm. Und Zahnräder und Lager (ich brauche
etliche davon) verschlingen unmengen an Geld - ich möchte halt
viel lieber schnell und preiswert bauen. Ob die Legozahnräder der
Belastung überhaupt gewachsen sind weiß ich nicht. Es kommt
natürlich auch auf die restliche Auslegung an. Generell kann man
mit GFK auch ziemlich leicht bauen. Und Leichtbau würde sich bei
Legotechnik auch im Antriebsstrang fortsetzen. Wenn ich dann 280er Motoren
benutze und LiPo-Akkus, dann komme ich sicherlich auf einen recht niedrigen
Bodendruck. Und das würde dem Jiger gut stehen - das Original (die
erste Version) wog etwa 100kg. Ja - die Räder müßten
dann auch noch gemacht werden. Irgendwie fehlt mir auch noch eine Fahrerpuppe
in 1:10.
Und dann war ich noch im Modellbauladen. Ich habe kleine
und vor allem leichte Fahrtenregler gesucht. Habe zwar noch die beiden
Rohcraft aus meiner Graupner-Pistenraupe, die sind aber groß und
schwer - für einen 280er eigentlich nicht so schön. Für
400er Motoren passen die schon ganz gut - aber dann wird's schwer - die
Legozahnräder werden zu schwach sein und Messing- oder Stahlzahnräder
wiegen bei der benötigten Menge wohl 100-200g. Mein kleiner LiPo
Akku reicht dann auch nicht mehr. Es ist ein Teufelskreis. Jedenfalls
gibt es etwas kleinere Fahrtenregler (ja, ich weiß: Steller)
für die kleinen Automodelle (1:18 oder so) - aber meine Güte
sind die teuer! Nein, nicht mit mir. Ich nutze dieses Projekt ja schon,
mich in das Modellieren mit Clay einzuarbeiten, also modellbauerisch
was neues zu lernen. Dazu wird wohl noch das Abformen mit PUR-Gießharz
kommen - beides nicht ganz billig. Da will ich nicht noch 120 Euro
in die Fahrtenregler investieren.
26.04.2006
Hier habe ich mal die Räder dazugestellt.
27.04.2006
Ich habe noch eine Kunststoffplatte ausgeschnitten - darauf
werde ich das Unterteil aufbauen. Leider habe ich noch immer keine konkrete
Idee welche Zahnräder ich nehme, kann die benötigten Abmessungen
also nicht wirklich abschätzen.
Den Tankdeckel habe ich mit einer 5,5er Nuss aus dünnem
Clay ausgestanzt. Die Einstiege habe ich nach durchsicht der Internetbilder
noch schmaler geschnitten und die hintere Innenraumbegränzung noch
etwas zurückgesetzt.
Ich will mal ausprobieren, ob ich eine brauchbare Vorlage für
ein Rad hinbekomme.
Eine elastische PUR-Gussmasse habe ich bestellt, ob sie geeignet
ist werde ich testen.
30.04.2006
Nein, ist noch nicht fertig. Es ist auch nicht so einfach, eine
Bohrmaschine mit Bohrständer als Drechselbank zu mißbrauchen.
Ich lege das Clay-Teil vor der Bearbeitung in den Kühlschrank.
Wenn's zu warm ist, reicht die Materialfestigkeit nicht aus und das
Clay dreht auf der Achse durch.
Den Scheinwerfer will ich noch an's Modell bauen. Aber selbst
das ist nicht so einfach. Hier habe ich mal den vordersten Teil einer
ganz kleinen Taschenlampe mit Latexmilch abgeformt. Dazu habe ich die
Lampe in die Gummimasse eingetaucht, ein par Stunden trocknen lassen,
wieder eingetaucht... Nach vier Lagen war's ausreichend stabil. Dann
habe ich heißen Clay (vielleicht 70°C, also wärmer als
üblich - da wird das Zeug sehr weich) in die Form (nennt sich
Hautform) gedrückt. Nach dem Abkühlen im Kühlschrank
war der Clay fest genug für das Entformen. Ist ganz gut geworden
- nur für mein Modell ist's doch etwas groß.